Kategorien-Archiv Corporate Learning

VonJochen Robes

Education NewsCast: Corporate Learning Rückblick und Trends 2023

Die Gastgeber Thomas Jenewein und Christoph Haffner (beide SAP) schreiben: „Wie schon im Jahr 2022 haben wir mit Gudrun Porath – Journalistin und Autorin rund um Corporate Learning sowie mit Jochen Robes, Hochschullehrer, Berater und Blogger des “Weiterbildungsblogs”, einen Rückblick und Ausblick gewagt. Wir orakeln dabei, wie sich der Ausblick konkret entwickelt hat und blicken auf die Trends im Jahr 2023. EdTech, FutureSkills, CorporateLearningCommunity, Skills, Coaching, MachineLearning incl. ChatGPT, Nachhaltigkeit, aber auch Kosteneinsparung sind nur einige der Themen die wir besprechen. Allgemeine und ganz konkrete Tips für Weiterbildungs-Experten schließen diese Episode des EducationNewscast Podcast ab.“

Bildquelle: Thomas Jenewein

Es war wieder eine Ehre und Freude, dabei gewesen zu sein!
Education NewsCast, Folge 227, 2. Januar 2023

VonJochen Robes

Bildungsgipfel, München: Teilnahme

Am 20. / 21. Oktober 2022 feierte das Münchener Bildungsforum (MBF) sein 50. Jubiläum.  Zu diesem Anlass hatte man zum „Bildungsgipfel“ nach München in die schönen Räumlichkeiten der IHK eingeladen. 150 Corporate Learning-Expert:innen waren der Einladung gefolgt. Auch ich hatte mich am Donnerstag auf den Weg nach München gemacht. Dort erwartete uns ein anspruchsvolles Programm: Wir sollten gemeinsam überlegen, wie betriebliches Lernen und Arbeiten im Jahr 2044 aussehen kann und diese Überlegungen noch vor Ort in die Form eines Manifests gießen.

Im Folgenden ein paar Gedanken, die ich mir zum Szenario („2044“), zum Format („Manifest“) und zum Thema meiner Arbeitsgruppe („No L&D“) gemacht habe.

Meine Eintrittskarte in die Arbeitsgruppe „No L&D“

Das Zukunftsszenario „Leben und Arbeiten im Jahr 2044“

Die Veranstalter hatten sich bereits im Vorfeld viele Gedanken gemacht, was sie auf dem Bildungsgipfel diskutieren wollten. Man hatte sich, so war zu lesen, bewusst gegen die Arbeit mit verschiedenen Szenarien und kontroversen Gesellschaftsentwürfen entschieden. Es wurde stattdessen ein einziges, positives Szenario für das Jahr 2044 und für die Ebenen „Gesellschaft“, „Unternehmen“ und „Individuum“ entworfen. Das blendete zwar gesellschafts- und technologiekritische Sichtweisen aus, entlastete aber andererseits die Diskussion.

Da es ja auf dem Bildungsgipfel um die Frage gehen sollte, wie Learning & Development im Jahr 2044 aussehen könnte, hatte man das große Zukunftsszenario auf sechs Einsatzfelder von L&D heruntergebrochen. Diese Einsatzfelder trugen schöne und sprechende Titel: „Green L&D“, „Wellbeing L&D“, „Wild L&D“, „Social Innovation L&D“, „Ultra Performance L&D“ und „No L&D“. Mir hat diese Aufteilung gefallen, weil sie vielen aktuellen Themen eine Heimat bot. Zugleich hatte man die Möglichkeit, diese Einsatzfelder sehr unterschiedlich auszugestalten und zu diskutieren (und damit auch die eingangs ausgeblendeten kritischen Konzepte und Fragen wieder einzuführen …).

Die Idee eines Manifests

Das war ein Stichwort, das mich sehr neugierig gemacht hat! Denn ein Manifest, so mein Gedanke, könnte vielleicht die Lücke schließen, die viele informelle Netzwerktreffen offenlassen. Denn gerade, wenn der Schwerpunkt auf dem offenen Austausch der Teilnehmenden liegt, fragt man sich ja am Ende oft, was eigentlich erreicht wurde und was man mit nach Hause nehmen kann. BarCamps versuchen zum Beispiel, immer wieder zum Protokollieren anzuregen (was mal mehr, meist aber weniger glückt). Warum also nicht einmal versuchen, die „Weisheit der Vielen“ in einem Manifest zu bündeln?

das Konzept des „Bildungsgipfels“

Ein Manifest als Ziel bringt natürlich einige Anforderungen mit sich. Man kennt sie von Hackathons und Book Sprints. Es braucht eine sehr genaue Planung und eine strikte Regie, wenn man um 16:00 Uhr wirklich etwas vorzeigen will. Auch der Bildungsgipfel hatte diese Regie. In einer Reihe von Workshop-Sessions diskutierten und verdichteten die Teilnehmenden im Stundentakt ihre Stichworte. Es gab „Kommunikatoren“, die die Ergebnisse der einzelnen Arbeitsgruppen weitertrugen; und „Touristen“, die den Austausch zwischen den einzelnen Arbeitsgruppen unterstützten. Und natürlich in jeder Gruppe „Moderator:innen“ und „Timekeeper“ …

Kurzer Einschub: Es gibt nur wenige Manifeste oder Konzepte, an denen sich Corporate Learning-Expert:innen hierzulande orientieren können. Die Corporate Learning Community hat 2017 ihren MOOC mit einem Hackathon und einer Vision „Corporate Learning 2025“ („Organisationales Lernen im Digitalen Zeitalter“) abgeschlossen. Mehr Gemeinschaftswerke fallen mir auf unserem Spielfeld gerade nicht ein. Für das Bildungsforum ist daher ein Manifest sicher auch eine Gelegenheit, über den Standort München hinaus Corporate Learning-Interessierte anzusprechen.

Schließlich: Es wurde zwar um 16:00 Uhr ein „Manifest“ vorgelesen und gefeiert, aber die Veranstalter wollen am Ergebnis noch etwas feilen, bevor sie es der Öffentlichkeit übergeben. Auf LinkedIn heißt es: „Es wurden unglaubliche viele und weitreichende Ideen für das Manifest entwickelt. Viel mehr als wir gedacht haben. Deshalb planen wir noch ein paar Reviewschleifen, auch mit der Community. Version 1.0 des Manifestes wollen wir Anfang nächsten Jahres veröffentlichen.“

Die Arbeitsgruppe „No L&D“

Zur Regie des Bildungsgipfels gehörte es, dass wir in einzelnen Arbeitsgruppen an den Themen arbeiteten, die uns das MBF zugerufen hatte. Ich hatte mich für das Thema „No L&D“ entschieden, wobei ich das Kleingedruckte im Vorfeld bewusst ausgeblendet habe, um mich etwas von der Herangehensweise und den Perspektiven meiner Gruppe leiten zu lassen. Aus den Diskussionen unserer Arbeitsgruppe, was „No L&D“ im Jahre 2044 bedeuten könnte, habe ich folgende Eindrücke mitgenommen:

a)       Wir tun uns schwer, den Begriff „Lernen“ fallenzulassen.
Sobald ich explizit von „Lernen“ spreche, habe ich gedanklich schon ein Spielfeld jenseits der Arbeit betreten. Ich bin dann versucht, wieder in Lernprozessen, Lernzielen, Lernzeiten und Lernangeboten zu denken und lande am Ende wieder bei den L&D-Spezialist:innen. Warum nicht gleich von Aufgaben, Projekten, Netzwerken und Communities, von Herausforderungen sprechen, wenn wir über neue Kompetenzen und Skills nachdenken?

b)      Wir denken schnell in technischen Lösungen.
Es gab eine Vorlage der Veranstalter, in der „No L&D“ mit folgenden Zeilen eingeführt wurde: „Wir lernen und arbeiten selbstmotiviert und autonom. KI-gestützte HR- und Lernsysteme helfen uns dabei. …“ Von daher spielte die Bedeutung von KI in unseren Diskussionen gleich eine große Rolle. Also eine KI, die Aufgaben von L&D übernimmt und die die Mitarbeitenden bei der Entwicklung ihrer Kompetenzen unterstützt. Hier hatte ich das Gefühl, dass wir zu schnell technologische Entwicklungen fortschreiben und L&D 2044 halt keine Lernplattformen, sondern KI-Lösungen moderiert. „No L&D“?

Workshop-Impressionen

c)       Wir haben noch keine klaren Vorstellungen davon, was wir mit „selbstorganisiertem Lernen“ meinen.
Das ist natürlich ein „großes“ Thema, und ein 1 ½-tägiger Bildungsgipfel ist sicher nicht der Ort, um Antworten zu finden. Aber das Stichwort des „selbstorganisierten Lernens“ zog sich durch viele Themen und Arbeitsgruppen und bot viele, sehr heterogene Anknüpfungspunkte: von der freien Wahl digitaler Lernbausteine, die das Unternehmen den Mitarbeitenden zur Verfügung stellt, bis zu den Mitarbeitenden, die sich selbstbewusst eigene Kompetenzziele setzen und diese in offenen Lernökosystemen verfolgen. Und mittendrin eine KI, die das selbstorganisierte Lernen unterstützt …

Abschließend: Die gemeinsame Arbeit an einem Manifest bringt eine hohe Dynamik mit sich. Ein Wermutstropfen: Auf den letzten Metern, wenn es um das Ausformulieren und Zusammenfügen der einzelnen Teile geht, sind immer weniger Teilnehmende direkt in das Geschehen involviert. Hier fehlte noch eine Aktivität …

Meine Eintrittskarte in die Arbeitsgruppe „No L&D“ (2)

An dieser Stelle noch der große Dank an die Veranstalter, die Gastgeber, die Moderator:innen und die Mitstreiter:innen für zwei inspirierende Tage! Ich bin sehr gespannt, wie die Diskussion weiter geht!

VonJochen Robes

RKW Hessen, Vortrag: „Trends in Corporate Learning“

In dieser Woche durfte ich im Rahmen eines Arbeitskreises des RKW Hessen präsentieren. Meine Zuhörer:innen waren Personalverantwortliche mittelständischer Unternehmen aus Nord-, Ost- und Mittelhessen. Für die Diskussion hatte ich ein größeres Paket aus aktuellen Eindrücken, bildungstechnologischen Trends sowie einem Blick auf die Weiterbildung 2030 geschnürt. Wenig überraschend haben wir in den 90 Minuten nicht alles geschafft.
Jochen Robes, SlideShare, 29. September 2022

Bildquelle: Javier Allegue Barros (Unsplash)

VonJochen Robes

ZP Europe, Köln: Moderation

Auf der „Zukunft Personal“ in Köln durfte ich dieses Jahr ja wieder – zusammen mit Gudrun Porath und Roman Rackwitz – die Bühne „Learning & Development“ moderieren. Die ca. 30 Vorträge auf unserer Bühne waren sehr gut bis gut besucht, was mich mit Blick auf die zurückliegenden Pandemie-Jahre etwas überrascht, aber natürlich sehr gefreut hat.

Wer etwas Messe/ L&D nachlesen/ nachhören will, dem seien der Podcast mit Thomas Jenewein (SAP) und Matthias Wiencke (Bayer AG) empfohlen („ENC212 – New Learning in der Praxis bei Bayer mit Matthias Wiencke“). Beide haben in Köln präsentiert. Thomas Jenewein hat zudem die Folien seines Vortrags, „Podcast zum Lernen nutzen“, bereits geteilt. Ich selbst habe wieder eine kurze Übersicht, „Trends in Corporate Learning“, beigesteuert, die ich hier gerne verlinke.

VonJochen Robes

LEARNTEC, Karlsruhe: Besuch

Am Donnerstag war ich einen Tag in Karlsruhe auf der LEARNTEC. Im Juni, was nach den vielen winterlichen Messebesuchen sehr ungewohnt war. Es war zudem der dritte Messetag, was traditionell bedeutet, dass alles etwas ruhiger zugeht. Die meiste Zeit habe ich auf unserem Stand der Corporate Learning Community verbracht und beim eLearning-Journal/ IFBB, wo ja nächste Woche mein Arbeitskreis „Kompetenzentwicklung Bildungspersonal“ startet. Viele vertraute Gesichter und nette Gespräche. Alles in allem war es eine schöne und entspannte Einstimmung auf hoffentlich weitere Veranstaltungsbesuche …

VonJochen Robes

time4you-Podcast: „Tell me how you learn: Lernen in der Zukunft“

Die KollegInnen von time4you hatten mich vor einigen Wochen eingeladen, in ihrer Podcast-Reihe mitzuwirken. Am 1. April war es dann so weit, und ich habe mit Sinem Straughan über das „Lernen in der Zukunft“ gesprochen. Jetzt ist die Episode online. Die „4 C’s“ beziehen sich übrigens auf einen Artikel, den ich an dieser Stelle schon einmal verlinkt habe („Wie sieht das Lernen in Unternehmen 2030 aus? Communities, Challenges, Curiosity und Coaches“). Die schöne Sketchnote gab es noch obendrauf.

„Im Gespräch mit ihm diskutieren wir, welche Elemente im „New Normal“ auch weiterhin von Bestand sein werden und warum sich das Thema Arbeiten und Lernen in Zukunft dennoch mancherorts neu justieren wird. Nach einer Zeit des Ausprobierens in den letzten beiden Jahren gilt es laut Robes nun zu überprüfen, was an neuen Möglichkeiten dazugewonnen wurde und wie sich diese im Hinblick auf Lernziele und Lerngruppen konsequent umsetzen lassen.“
time4you, Blog, 29. April 2022

 

VonJochen Robes

wirtschaft + weiterbildung: Beitrag „Badges können Motivationshilfen sein“

Für die aktuelle Ausgabe von wirtschaft + weiterbildung habe ich einen Überblick über Badges schreiben dürfen. Meine Kapitelmarken lauteten: „Welche Regeln sollten für Badges gelten?“, “ Wer setzt jetzt schon Badges ein?“ (hier verweise ich auf Ernst & Young, SAP, Union Investment, Haufe Akademie, IHK Akademie München und Oberbayern) sowie „Welche Zukunft haben Badges?“. Einige Formulierungen im Text, das muss ich kurz anmerken, entstammen nicht meiner, sondern der Feder des Redakteurs …
Jochen Robes, wirtschaft + weiterbildung, 05/ 2021, S.34/35

VonJochen Robes

Beitrag: „A Corporate Learner in 2030“

Für das von Stefan Güldenberg, Ekkehard Ernst und Klaus North herausgegebene Werk „Managing Work in the Digital Economy. Challenges, Strategies and Practices for the Next Decade“ durfte ich einen kleinen Essay beisteuern. Hier das Abstract:

„In 2030, many companies will no longer run Learning & Development departments. Instead, the focus will be on the 4 C’s: Communities, Challenges, Curiosity, and Coaches. More self-responsibility for one’s own development, more involvement in communities and practical projects, and continuous feedback from superiors, peers, and experts. A short journey into the future gives first insights into their implementation.“

Robes J. (2021) Vignette: Communities, Challenges, Curiosity, and Coaches — A Corporate Learner in 2030. In: Güldenberg S., Ernst E., North K. (eds) Managing Work in the Digital Economy. Future of Business and Finance. Springer, Cham

Bildquelle: Markus Winkler (Unsplash)

VonJochen Robes

personalmagazin: „Erdrutsch in der Weiterbildungslandschaft“

Der Artikel, geschrieben von Stefanie Hornung für das „personalmagazin“, knüpft an die nüchterne Bestandsaufnahme des Wuppertaler Kreises an, der im Juni in seiner Trendstudie erhebliche Umsatzeinbußen der Weiterbildungsbranche für das laufende Jahr konstatierte. Also wurde nachgefragt: bei Audi, Ernst & Young und Viessmann. Hier heißt es, dass sich natürlich Bildungsangebote und Lernaktivitäten in den letzten Monaten stark verändert haben. Aber von Budgetkürzungen ist noch keine Rede. Was die einzelnen Unternehmen in ihren Statements berichten, ist zwar kurz, aber lesenswert. Und da ich in einem Absatz auch zu Wort komme, darf ich den Artikel an dieser Stelle verlinken. Danke!
Stefanie Hornung, personalmagazin, 09/ 2020 (pdf)

Bildquelle: Nicolas Cool (Unsplash)

VonJochen Robes

Corporate Learning Community: MOOCamp 2020

Vom 20.04. bis zum 29.05.2020 lief der dritte große Online-Kurs, das „MOOCamp 2020“, den wir als Corporate Learning Community (CLC) veranstaltet haben. Das Motto des Kurses lautete „Lernräume gestalten – offline, online oder hybrid“. Wir haben den Kurs dieses Mal „MOOCamp“ genannt, weil wir eine Verbindung zwischen Online-Kurs und den Präsenz-BarCamps der CLC herstellen wollten. Aber diese Verbindung werden wir wohl erst im nächsten Jahr wieder aufnehmen können …

Wie auch immer: Wir haben wieder vier Unternehmen gewinnen können, die – nach der Auftaktwoche – jeweils eine Woche des Kurses gestaltet und moderiert haben. Drei der Unternehmen – ZF Friedrichshafen, Porsche und QualityMinds – waren „neu“ dabei. Ein Unternehmen, Viessmann, hatte uns schon 2017 beim #CL2025 begleitet. In der Viessmann-Woche war ich in diesem Jahr als Ansprechpartner und „Pate“ aktiv.

Soweit wir das über die Anmeldungen zum Newsletter nachzeichnen können, hatten wir wieder über 1.200 Teilnehmende! Mindestens, denn alle Kursseiten und Aufzeichnungen sind ja offen im Netz zugänglich. Und, um noch eine zweite Zahl zu nennen: Der Aufruf in der ersten Kurs-Woche, ein eigenes Lernziel zu formulieren, hatte allein schon 147 Kommentare!

Einige weitere Fakten zum MOOCamp 2020 hat Karlheinz Pape zusammengetragen (hier). Eine kurze Evaluation werden wir auch noch durchführen. Darüber werde ich zu gegebener Zeit gerne berichten. Ansonsten ist das gesamte MOOCamp 2020 offen im Netz zugänglich – zum Nachlesen, Nachschlagen, Nachhören …

Und Corona? Alle Unternehmen, die uns im Vorfeld zugesagt hatten, sind dabeigeblieben! Die gastgebenden Unternehmen wie auch die Teilnehmenden waren natürlich fast alle im Homeoffice. Und für einige hatte das Thema „Lernräume gestalten“ wegen Corona einen besonderen bzw. aktuellen Stellenwert.